Seminar mit Katherine Loukopoulos

in Ochtrup am 02. und 03. August 2003

Ochtrup, 02. August 2003. Ein kleine Gruppe von Kobudo Interessierten versammelte sich am Samstag, den 2. und Sonntag, den 3. August in Ochtrup zu einem Seminar mit Katherine Loukopoulos (6. Dan Matsubayashi Shorin Ryu, 5. Dan Goju-Ryu, 5. Dan Tai Ho Jitsu) in dem Heim-Dojo von Uli Schlee. Thema war die Einführung einer Sai-Kata. Für viele war es das erste Mal, dass sie mit den beiden Sai-Gabeln umgehen mussten. Entsprechend ausgedehnt war dann auch die Einführungsphase. Nach einigen grundlegenden Bewegungsabläufen mit dem Sai, wie abwehren und schlagen, wurde auch das Werfen des Sai geübt mit mehr oder weniger großen Erfolgserlebnissen. Und wer es dann nach dem xten Mal immer noch nicht schaffte, dass die Gabel im Rasen stecken blieb, durfte ein paar Liegestützen machen.

Bevor wir uns mit der Kata beschäftigten, wurde außerdem ein wenig mit dem Partner geübt, so dass wir die Zusammenstellungen Sai gegen Bo und Sai gegen Sai hatten. Der Grund für diese Vorbereitungen liegt klar auf der Hand. Wenn ich mit der Waffe nicht umgehen kann und sie ein Fremdkörper in meiner Hand ist, wird es nur schwer möglich sein, sich auf den Ablauf einer Kata zu konzentrieren. So waren die Bewegungen mit dem Partner nicht schwer, aber man bekam langsam ein Gefühl für den Umgang mit dem Sai.

Dann ging es endlich an die Kata selbst. Wir lernten Chatan Yara no Sai. Es handelt sich dabei um eine sehr lange, traditionelle Kata, die im Anfangspart einige Wiederholungen beinhaltet und zum Ende hin immer anspruchsvoller wird. Kaum zu glauben, aber wir haben sie wirklich bis zum Ende geschafft und nach einer abschließenden Solovorführung vor der Gruppe, war jedem der Ablauf bekannt. An Details konnte natürlich noch nicht gearbeitet werden, dafür waren die Erfahrungen einfach zu dürftig. Nun ist es an jedem selbst sich mit der Kata zu beschäftigen, sie bis zum nächsten Treffen zu verbessern und den Ablauf zu verinnerlichen.

Loukopoulos Sensei war mit der Leistung der Teilnehmer zufrieden und war froh den Ablauf vermittelt bekommen zu haben. "Vergesst die Kata nur nicht!" war zum Abschied die Aufforderung an alle, die sie mit einem Lächeln sagte.

Kurze Anmerkung zum Sai

Beim Umgang mit dem Sai ist besondere Vorsicht angebracht. Die schweren, metallenen Gabeln können bei unsachgemäßer Handhabung schnell zu Verletzungen führen. Auch die Beschädigung von z.B. Hallenböden ist möglich, wenn sie einmal versehentlich zu Boden fallen.

Sai sind Gabeln mit drei Zinken aus Metall, bei denen der mittlere dominiert. Letzterer ist in etwa so lang wie der Abstand vom Daumenansatz bis zum Ellbogen des Kobudoka plus ca. 2 bis 3 cm, so dass das Ende über den Ellbogen hinausragt. Die seitlichen Zinken sind mit ca. 8 cm wesentlich kürzer. Die Länge des Griffs variiert zwischen 10 und 12 cm und richtet sich nach Gesamtlänge des Sai. Im Handel sind Sai meist in einer verchromten oder unbehandelten Variante erhältlich. Auch schwarz ummantelte Sai gib es, dies aber wohl eher aus dem ehemaligen Boom um die Ninja. Bei den Zinken unterscheidet man die runde und die hexagonale (sechseckig) Form. Als traditionelle Ausführung wird der unbehandelte hexagonale Sai bevorzugt. Ein Grund hierfür lässt sich feststellen, wenn man versucht mit einem Chrom-Sai einen Bo-Angriff abzuwehren und ihn mit den kurzen Zinken fangen bzw. festhalten zu wollen. Durch den Chrom ist kein Halt möglich. Durch die "rauhe" Oberfläche und die Kanten des traditionellen Sai sieht dies ganz anders aus. Außerdem blättert die Chromschicht nach intensiver Nutzung leicht ab.

Üblicherweise nutz man zwei Sai-Gabeln, in jeder Hand eine. Aber auch eine Dritte kann mit ins Spiel kommen, mit dem Hintergrund, dass ein Sai als Wurfwaffe eingesetzt wird. Der dritte Sai steckt dabei im Gürtel hinter dem Rücken. Das Werfen der Sai ist durch das Gewicht und die Form nicht gerade einfach und muss geübt werden.

Das Sai hält man entweder am Griff, so dass die Zinken nach vorn zeigen oder aber so, dass der Griff nach vorn zeigt. Dabei wird eine der Rundungen der seitlichen Zinken zwischen Zeigefinger und Daumen gelegt, der Zeigefinger selbst liegt auf dem Griff und zeigt zu seinem Ende (stabilisiert) und der Rest der Finger schliesst sich um den Bogen des anderen seitlichen Zinkens. Die Spitze des Sai steht dabei leicht über dem Ellbogen heraus und die Gabel liegt eng am Unterarm an. Eine andere Haltung ist noch die, dass man den langen Zinken in der unteren, zur Spitze liegenden Hälfte fasst. Damit kann das Sai als Haken genutzt werden. Sehr effizient im Bezug auf das Handgelenk oder den Hals als Angriffsfläche.

Weitere Informationen zu Kobudo und traditionellen Waffen

in dem in Kürze erscheinenden Artikel auf

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