BG008: Kobudo-Waffe: Die Sai-Gabel

'More than Fighting' Budo-Service Budde & Graf GbR

Februar 2004

 

Einleitung

 

Beim Umgang mit dem Sai ist besondere Vorsicht angebracht. Die schweren, metallenen Gabeln können bei unsachgemäßer Handhabung schnell zu Verletzungen führen. Auch die Beschädigung von z.B. Hallenböden ist möglich, wenn sie einmal versehentlich zu Boden fallen.

Sai sind, wie auf dem obenstehenden Bild dargestellt, Gabeln mit drei Zinken aus Metall, bei denen der mittlere dominiert. Letzterer ist in etwa so lang wie der Abstand vom Daumenansatz bis zum Ellbogen des Kobudoka plus ca. 2 bis 3 cm, so dass das Ende über den Ellbogen hinausragt. Die seitlichen Zinken sind mit ca. 8 cm wesentlich kürzer. Die Länge des Griffs variiert zwischen 10 und 12 cm und richtet sich nach Gesamtlänge des Sai. Im Handel sind Sai meist in einer verchromten oder unbehandelten Variante erhältlich. Auch schwarz ummantelte Sai gib es, dies aber wohl eher aus dem ehemaligen Boom um die Ninja. Bei den Zinken unterscheidet man die runde und die hexagonale (sechseckig) Form. Als traditionelle Ausführung wird der unbehandelte hexagonale Sai bevorzugt. Ein Grund hierfür lässt sich feststellen, wenn man versucht mit einem Chrom-Sai einen Bo-Angriff abzuwehren und ihn mit den kurzen Zinken fangen bzw. festhalten zu wollen. Durch den Chrom ist kein Halt möglich. Durch die "rauhe" Oberfläche und die Kanten des traditionellen Sai sieht dies ganz anders aus. Außerdem blättert die Chromschicht nach intensiver Nutzung leicht ab.

Üblicherweise nutzt man zwei Sai-Gabeln, in jeder Hand eine. Aber auch eine Dritte kann mit ins Spiel kommen, mit dem Hintergrund, dass ein Sai als Wurfwaffe eingesetzt wird. Der dritte Sai steckt dabei im Gürtel hinter dem Rücken. Das Werfen der Sai ist durch das Gewicht und die Form nicht gerade einfach und muss geübt werden.

Das Sai hält man entweder am Griff, so dass die Zinken nach vorn zeigen oder aber so, dass der Griff nach vorn zeigt. Dabei wird eine der Rundungen der seitlichen Zinken zwischen Zeigefinger und Daumen gelegt, der Zeigefinger selbst liegt auf dem Griff und zeigt zu seinem Ende (stabilisiert) und der Rest der Finger schliesst sich um den Bogen des anderen seitlichen Zinkens. Die Spitze des Sai steht dabei leicht über dem Ellbogen heraus und die Gabel liegt eng am Unterarm an. Eine andere Haltung ist noch die, dass man den langen Zinken in der unteren, zur Spitze liegenden Hälfte fasst. Damit kann das Sai als Haken genutzt werden. Sehr effizient im Bezug auf das Handgelenk oder den Hals als Angriffsfläche.

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Die Ausarbeitung hierzu könnt ihr euch HIER als PDF-Datei herunterladen (27 kb)